2003

Kärntner Grenzbefestigungen
Bollwerke durch Jahrhunderte

 

Zu ihnen gehörten alle jene k.u.k. Befestigungen, deren Zweck es war, die vier aus der oberitalienischen Tiefebene in das Kronland Kärnten führenden Kommunikationen im Bedrohungsfall zu sperren.

Als besonders berücksichtigenswert hatten wir die Flitscher Klause in Slowenien ausgewählt und hier das Fernkampfwerk "Fort Hermann".

Bisher wurde dieses selbst in der Fachliteratur kaum erwähnt, da fast alle Berichte und Pläne aus der Bauperiode 1897 - 1900 in den Wirren des Zusammenbruchs 1918 verschwanden.

Einer unserer Mitarbeiter erwarb auf einem Flohmarkt den kompletten Statistischen Baubericht des Jahres 1901 samt dazugehörigen Plänen. Die vielen handschriftlichen Seiten (in gestochener Kurrentschrift) zeigen den ganzen Umfang der Planung und konkreten Durchführung, der bewältigt werden musste, bis sich eine Gebirgsfestung vom Bauplan auf dem Reißbrett zum einsatzbereiten Objekt wandelte.

Wir waren damit in der Lage, die Geschichte dieser auch von der Festungstechnik her besonders interessanten Anlage vorzustellen. Es ist ein Übergangstyp von der bisherigen Bauweise der 80er Jahre zu den damals modernsten Anlagen, die dann bis 1914 vor allem auf der Hochfläche von Lavarone und Folgaria entstanden.

Der Baubericht ist zugleich eine fast brisante sozialkritische Studie, wenn man von "der harten Arbeit und dem kargen Lohn" erfährt, den ein Facharbeiter oder Taglöhner erhielt. Diese Zahlen wären auch eine geeignete Vergleichsbasis zwischen Gestern und Heute für all jene, die - mit Lohn und Arbeitszeit unzufrieden - demonstrieren gehen. Es sind nur nüchterne statistische Zahlen, von denen aber letztlich jener soziale Fortschritt seinen Ausgang nahm, den wir heute als selbstverständlich empfinden.

Fort Hermann 1915

Zum Schluß noch die Kosten in Kronen (K) und Heller (h):
Baukosten: 385.597K 61h     
Zufahrtstraße: 100.352K     
Gesamte Baukosten: 485.949K 61h (ca. 2,1 mio Euro)

Geld, Geld und nochmals Geld
Kriegsfinanzierung und Friedensfolgen

 

Wer nur eine Ansammlung von optisch gut arrangierten Geldscheinen und Münzen in Vitrinen erwartete, wurde angenehm überrascht. Dr. Eybl hat es gut verstanden viel Wissenswertes, wie die Bedeutung oder den Ursprung vieler heute noch gebräuchlicher Ausdrücke "rund um das Geld" zu erklären, so unter anderem:

Um 500 v.Ch. traten auch in China gegossene Bronzemünzen auf. Auf chinesisch "Ch´ien", von den Europäern "Käsch" ausgesprochen, ein Begriff, den die Engländer als asiatische Kolonialmacht schließlich in ihre Sprache auf-nahmen. So wurde der alte chinesische Münzname der weltweite Begriff für Bargeld schlechthin.

In Südtirol prägte Graf Meinhard II von Tirol im 13. Jahrhundert hochwertige Münzen mit zwei Kreuzen auf der Rückseite, nach seinem Herkunftsort auch Etschtaler Kreuzer genannt - im Volksmund kurz "Netsch" - genannt.

Wenn der Bankier nichts mehr lieh, dann musste man beim Wirt aufschreiben lassen. Der hatte eine große Schiefertafel, auf der er mit Kreide die Schuldner aufschrieb und die offenen Zechen "ankreidete" - man stand halt bei ihm "in der Kreide".

Sicher könnte sich mancher Leser nun eventuell berechtigt fragen, was haben "Käsch" oder "Netsch" letzten Endes mit unserem Museum zu tun?

Die richtige Antwort darauf gab schon vor langer Zeit Fürst Raimondo Montecuccoli, der mit der Materie bestens vertraut war:

"Zum Krieg führen braucht man drei Dinge: "Geld, Geld und nochmals Geld!"  
    

Dr. Eybl verstand es perfekt, über eine gezielte Dokumentation die dazugehörige Zeitgeschichte - vom Geld als Tauschmittel bis zum EURO -  mit einzubinden (Plakate, Original-Zeitungen, Aufrufe, usw.).

Modell einer 120 mm Minimalschartenkanone von P. Schupita